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Echo Juni 2010

aus dem Inhalt...

Leben in der Gemeinschaft - Wobau unterstützt Verein zur Betreuung sozial schwacher Mitbürger

Die Zahl hilfebedürftiger Menschen, die alleingelassen, mit sozialen, seelischen, finanziellen und gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben, ist nur eine Dunkelziffer, aber gewiss sehr hoch. Jene Menschen verstecken sich oftmals in ihren
Wohnungen, vernachlässigen ihre Hygiene, Gesundheit, das Essen, ihre Finanzen und sozialen Kontakte. Niemand kümmert sich um sie, da sie nicht mehr in der Lage sind, Hilfe einzufordern, sich selbst aufgegeben haben. Spätestens, wenn die
Miete nicht gezahlt wird oder Nachbarn sich beschweren, wird man auf sie aufmerksam. In der Wobau Eisleben gibt es
deshalb seit 1998 ein Wohnhilfeprojekt, um sozialer Verantwortung gepaart mit wirtschaftlicher Vernunft gerecht zu werden. Ansprechpartner dafür ist Marion Ethner, die viele hilfebedürftige Mieter der Wobau fachlich bestens betreut.
Sie und viele andere ehrenamtlich Tätigen hatten den Traum, speziell für diese Menschen ein Haus einzurichten, um
effektiver und umfassender Hilfe über den ganzen Tag hinweg abzusichern, die dringend nötig ist. So wurde am 1.12.2009
der „Verein zur Betreuung sozialschwacher Mitbürger“ gegründet, Volker Gottschlik als Vorsitzender und Marion Ethner als
dessen Stellvertreterin gewählt. Materielle Voraussetzungen werden u. a. durch die Mitgliedschaft der
Wohnungsbaugesellschaft Eisleben abgesichert, die zugleich das Haus Hohetorstraße 17/18 zur Verfügung stellte.
Es fanden sich bisher viele Sponsoren (Handwerker, Unternehmer), die das neue Betreuungshaus innen sanierten und 12 Einraumwohnungen, Gemeinschaftsräume, Küche, Toiletten und Bäder liebevoll ausstatteten. Seit Mitte 2009 ist das Haus komplett belegt, wobei ein weitaus größerer Bedarf besteht. Das Motto dieser Gemeinschaft ist „Hilfe zur Selbsthilfe“. Alle Bewohner, ob 27 Jahre oder 70, ob männlich oder weiblich, sind allein stehend, seelisch, körperlich, oder geistig
behindert. Sie sind auf Fremdhilfe angewiesen – angefangen bei der Gestaltung des Tagesablaufes, des Einkaufs, von Behörden- oder Arztbesuchen. Hier sollen sie lernen, das Leben etwas zu meistern: sie kochen und essen gemeinsam, verbringen Feiertage und Geburtstage in Gemeinschaft. Dabei werden sie am Tag von Mitgliedern des Vereins ehrenamtlich betreut, die auch danach immer telefonisch erreichbar sind. Zugleich verlegte die Wobau die Anlaufstelle des
Wohnhilfeprojektes mit in dieses Haus, da Marion Ethner über gute Kontakte zu Ämtern und jahrelange
Betreuungserfahrungen verfügt.

Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen.


Die Gesamtausgabe unseres Echos finden Sie hier:

Echo_2-2010.pdf

Weitere Mieterzeitungen können Sie hier downloaden:

Echo_1-2010.pdf

Echo_4-2009.pdf

Echo_3-2009.pdf

Echo_2-2009.pdf

Echo_1-2009.pdf